| Allgemeines | Ziele | Arbeitsweise |
Die Arbeitsweise des Vereins basiert auf folgenden Säulen
1. Nachhilfe
Die erste Säule ist darauf aufgebaut, dass Schüler aus der Oberstufe für Schüler aus der Unterstufe wöchentlich Nachhilfestunden geben. Der Unkostenbeitrag pro Einheit beträgt € 5,-- und wird, so weit es finanziell möglich ist, von den Eltern bezahlt bzw. aus einem Sozialbudget genommen.
Primäres Ziel ist die Betreuung von Kindern und Jugendlichen aus schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen. Wenn derartige Umstände bekannt sind oder Zeichen darauf hinweisen werden jene Schüler vorrangig behandelt. An der zweiten Stelle stehen Schüler mit negativem Lernerfolg, bei welchen die soziale bzw. finanzielle Bedürftigkeit nicht in einem wie oben erwähnten Ausmaß gegeben ist. Wenn noch Kapazitäten vorhanden sind, bietet 2getthere auch Nachhilfe für Kinder an, die positive Lernerfolge beibehalten wollen.
Erhoben wird die Anzahl der gefährdeten Schüler unter anderem mittels Fragebogen, der zu Beginn des Schuljahres an die Klassenvorstände der Hauptschulen ausgeteilt wird. Ein wesentlicher Bestandteil ist nämlich die Kontinuität der Nachhilfe über das gesamte Schuljahr.
Weiters ist die gemeinsame Reflexion von „Nachhilfelehrer“ und Projektkoordinator ein zentraler Punkt. Hierbei kann sofort nach der Nachhilfestunde über Schwierigkeiten und Auffälligkeiten bzw. Erfolge gesprochen werden. Vorträge zum Thema Didaktik und Pädagogik werden ebenfalls begleitend angeboten.
Die Nachhilfen finden entweder in den Räumlichkeiten des Vereinsbüros statt oder in zur Verfügung gestellten geeigneten Räumen (etwa Pfarrheim).
Das Konzept der Nachhilfe „von Schülern für Schüler“ lässt Synergieeffekte für beide Beteiligten sehr gut erkennen. Auf der einen Seite wird durch die regelmäßigen Nachhilfestunden der Lernerfolg der Nachhilfeschüler verbessert, auf der anderen Seite wird die soziale Kompetenz bzw. Sensibilität der „Nachhilfelehrer“ gestärkt.
Als dritter positiver Effekt kann jene Kommunikation genannt werden, die über die Nachhilfe hinausgeht und sich in Rand- oder Nachgesprächen zeigt. Hierbei können durch die oft ähnlichen Jugendkulturen gemeinsame Interessen besprochen bzw. Einstellungen und Wertehaltungen verglichen werden. Diese informellen Gespräche bieten oft eine Basis für die Artikulierung von verschiedenen Problemen, die unter anderem auch wegen der geringen Alterdifferenz leichter aus- bzw. besprochen werden können.
Die Nachhilfe bewirkt eine Vermischung der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Es wird die Hürde, die in jungen Jahren aufgebaut und sich in späterer Folge in unüberwindbaren Vorurteilen manifestiert, durchsprengt. So geschieht es, dass die gebildete Meinung über „die anderen“ aufgrund von konkreten Kontakten aus den Nachhilfestunden revidiert werden muss und damit Ausgrenzung und Diskriminierung entgegengewirkt wird.
2. Freizeitpädagogisches Angebot
Die Räumlichkeiten des Vereins werden als Treffpunkt für SchülerInnen und Aufenthaltsort vor bzw. nach den Unterrichtszeiten genützt. Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten sich in zweckfreien, nicht-konsumorientierten Räumen zu treffen.
In den Räumlichkeiten finden SchülerInnen jugendgerechte Angebote, wo sie „Leerzeiten“ überbrücken können. Außerdem finden regelmäßig sportliche bzw. kulturelle Aktivitäten statt.
Neben den Nachhilfestunden und den Aktivitäten im Vereinsbüro werden in gewissen Abständen Ausflüge und Kurzurlaube organisiert.
3. Anlaufstelle für verschiedene Probleme
In den Räumlichkeiten finden SchülerInnen unkompliziert und schnell erreichbare Bezugspersonen, die ihnen Hilfestellung bei verschiedenen schulischen, familiären bzw. jugendspezifischen Problemen bieten.
Prinzipiell soll, soweit es möglich ist, schon vor dem Eintreffen des unerwünschten Ereignisses oder Zustandes interveniert werden. Dazu werden Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und Bezugspersonen frühzeitig einbezogen.
Bei Problemen wird unbürokratisch an Helferorganisationen und externe Fachstellen („Jugendamt“, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Schulpsychologie) verwiesen bzw. mit diesen gemeinsam interagiert.